Die ersten österreichischen Mediations-Wochen
2002 in Graz und Wolfsberg

Dabei handelt es sich um ein Pilotunterfangen, das in enger Zusammenarbeit von der Universität Graz auf der einen und den Gerichten auf der anderen Seite - im konkreten Fall waren es drei, nämlich das Landesgericht für Zivilrechtssachen und das Bezirksgericht für Zivilrechtssachen in Graz sowie das Bezirksgericht in Wolfsberg - durchgeführt wurde.

Ausgangspunkt der angestellten Überlegungen war, dass Mediation derzeit noch vielfach in der Theorie "passiert" und dass vor allem zum Zusammenwirken von gerichtlichem Verfahren und Mediation in Österreich kaum wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen. Es war nun insbesondere das erklärte Ziel, evaluieren zu wollen, wo und in welchen Bereichen des Zivilrechts Mediation einsetzbar ist, ob dieses Instrument von den Betroffenen angenommen wird und ob hierdurch letztlich eine Förderung der Selbstverantwortung der Parteien durch Mediation ermöglicht werden kann.

Die Untersuchung mit explorativem Charakter wurde bewusst zu dem Zeitpunkt angesetzt, als zumindest von einer Streitpartei das Gericht bereits "mobilisiert" worden war. Den Parteien, deren Rechtssache an einem der drei genannten Gerichte streitanhängig war, sollte sodann ein auf absoluter Freiwilligkeit basierendes und grundsätzlich kostenloses Mediationsangebot gemacht werden. Schließlich war es darüber hinaus Ziel, alle relevanten Schritte - von der Anbotslegung bis zur abgeschlossenen Mediation - auf Grundlage eines neutralen und im Ergebnis offenen Zugangs zum Thema Mediation wissenschaftlich zu begleiten und auszuwerten.

Die Ergebnisse dieser Studie werden im Februar 2004 in Form des im WUV Universitätsverlag erscheinenden Buches "Ferz/Lison/Wolfart (Hrsg.), Gericht und Mediation - Widerspruch, Ergänzung, Symbiose? Die ersten österreichischen Mediations-Wochen, Wien 2004" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rechtskultur - Streitkultur - Mediation
Symposion an der Karl-Franzens-Universität Graz

Rechtskultur gehört zur Identität eines jeden Gemeinwesens und wird, gerade weil sie so selbstverständlich scheint, wenig diskutiert. Sie ist es aber, die den konkreten Umgang mit Werten und Bedürfnissen einer Gesellschaft, eingefangen in normativen Regelungswerken, widerspiegelt. Damit eng verwoben erscheint auch die Frage der rechtsförmlichen Konfliktbewältigung.

Staatlich organisierte Streitverfahren mit ihren hochdifferenzierten Verfahrens- und Rechtsschutzgarantien waren und sind essentielle Elemente für Bestand, Qualität und Rechtskultur eines Staates. Daneben aber greifen andere, alternative Instrumente zur Streitbewältigung Platz. Sie sind Ausdruck eines Wandels der gesellschaftlichen Rechtskultur, der sich letztlich in der Betonung von Selbständigkeit und Eigeninitiative, in der Reaktivierung verlorener oder abgegebener Eigenkompetenz ausmachen lässt.

Den Fragen sich verändernder Konfliktbewältigungsmechanismen wurde in einem von der Rechtsfakultät an der Grazer Universität und dem Joanneum Research ausgerichteten, dreitägigen Symposion "Rechtskultur - Streitkultur - Mediation" (14. bis 16. Mai 2003) nachgegangen.

Die Vortragenden Olav Moorman van Kappen (NL), Barbara Hammerl (A), Stephan Breidenbach (D), Angela Mickley (D), Nadja Alexander (AUS), Ales Galic (SLO), Miklos Kengyel (HU), Sascha Ferz (A), Gerhard Hopf (A), Gerhard Falk (A), Ilse Weber (A) und Heimo Steps (A) referierten und diskutierten über Ansätze und Einsätze alternativer Streitbeilegungsmechanismen als Form der Rechtskultur, über deren Chancen und Grenzen und über deren Einordnung in vorgegebene Rechtsstrukturen. Das Verfahren der Mediation und ihre verschiedenen Anwendungsgebiete nahmen dabei einen besonderen Stellenwert ein.

Die Beiträge der Referentinnen und Referenten liegen nunmehr auch in schriftlicher Fassung im Tagungsband "Sascha Ferz (Hrsg.), Rechtskultur - Streitkultur - Mediation. Die Reaktivierung von verlorener Selbstverantwortung und abgegebener Selbstkompetenz, Hamburg 2003, ISBN 3-8300-0907-0" vor.







Info
Aktuell

Systemische Aufstellungen zu beruflichen und persönlichen Fragestellungen
Termine Mittwoch, 3. März 18 – 22 Uhr Mittwoch, 7. April 18 – 22 Uhr Mittwoch, 5. Mai 18 – 22 Uhr Mittwoch, 2. Juni 18 – 22 Uhr
weitere Info
 
Aufstellungstag "Dieser Satz spukt mir im Kopf herum...!"
Termin Samstag, 6. Februar 10 – 18 Uhr. Mit diesem Aufstellungstag leiten wir eine Reihe ein, in der wir uns mit verschiedenen Methoden und Schwerpunktthemen befassen. Wir starten mit der sogenannten „Satzaufstellung“
weitere Info
 
Gemeinsame Initiative für eine "konfliktfreie Steiermark"
Angebot von "Erstchecks" bei Konflikten in der Nachbarschaft, Umwelt oder in Unternehmen. Eine Initiative des Grazer Netzwerk Mediation, des Verbands Steirischer Rechtsanwaltsmediatoren und der Experts Group der WirtschaftsMediatoren der Wirtschaftskammer
weitere Info
 



Schnellsuche